Bodek Janke - Interview und Präsentation


Interview mit Bodek Janke - Drummer & Percussionist

Ich möchte Bodek Janke vorstellen. Er ist ein langjährigen Freund meiner Familie und ich schätze ihn sehr. Erfahrt mehr im Interview!

Bodek Janke - New York

1.) Stell dich bitte erstmal vor. (Wo wurdest du geboren? Wie alt bist du? Wo wohnst du? Was machst du neben der Musik?)

Mein Name ist Bodek Janke (im Pass steht Bohdan Stanislaw Janke, das ist der komplette Name - im polnischen werden Männernamen oft mit -ek abgekürzt und damit "verniedlicht"), ich wurde 1979 in Warszawa / Polen geboren. Seit über fünf Jahren lebe ich in New York City, davon die ersten Jahre in Harlem, jetzt in Brooklyn. Davor lebte ich (zeitlich rückwärts) in Köln, Karlsruhe, Bad Herrenalb, Bad Tölz, Almaty, Warszawa.
Neben der Musik koche ich, mache Yoga, Chi Gong, ich laufe und bin allgemein sehr gerne in der Natur; habe früher viel Kampfsport gemacht. Außerdem reise ich viel, nicht nur wegen der Musik, sondern auch wegen meiner in der Welt weit verstreuten Familie.

2.) Wann bist du zur Musik gekommen? Wie hast du angefangen? Welche Instrumente spielst du selber?

Meinen ersten Klavierunterricht bekam ich im Alter von 3 Jahren von meiner Mutter. Fast alle in meiner Familie sind Musiker; meine Eltern beide Pianisten. Schon meine Urgroßmutter (in St.Petersburg) war Pianistin, meine Großvater in Kasachstan war Xylophonspieler und Musikwissenschaftler, meine Oma Klavierlehrerin, meine Tante in Moskau Komponistin, ein Onkel Klavierstimmer, ein anderer spielte afrikanische und arabische Trommeln, eine Cousine von mir ist Geigerin und so weiter...
Jedenfalls beschloss ich mit 8 Jahren, daß ich keinen Bock mehr hatte, Klavier zu üben und wollte stattdessen Schlagzeug spielen. Das Übliche mit Terror auf Töpfen und so folgte dann; bis meine Eltern weise entschieden, mir im Alter von 10 Jahren die erste echte Trommel zu kaufen. Dann kam ich zum Schlagzeugunterricht, zunächst klassisch, mit Pauken, Stabspielen und Triangel. Aber Jazz, Pop und Weltmusik zogen mich als Teenager immer mehr an, so wurde ich dann immer mehr zum "Drummer" und Percussionisten.
Was für Instrumente ich sonst noch spiele? Hmmm. Alle, die mir in die Finger kommen. Ich probiere grundsätzlich alles gerne selbst aus. Die Liste wäre zu lang. Instrumente, die ich einigermaßen gut spielen kann - außer den Schlaginstrumenten - sind Tabla, Klavier, Flöten und Dombra. Ich singe außerdem.

Bodek Janke - New York 2

3.) Beschreibe deine Musik. Welcher Musikstil? Wie nimmst du die Lieder auf? Welche Instrumente spielst du? Entsteht die Musik auch am Computer?

Meine Musik ist eine Weltreise. Eine Reise, auf die ich jeden mitnehme, der die Welt der Musik, der Rhythmen und Melodien erleben möchte. Ich bin mit viel Pop, Rock, Soul, Klassik und Jazz großgeworden; habe aber auch House und Techno auf Parties live gespielt, und das spiegelt sich alles in meiner Musik wider. Vieles in meiner Musik ist improvisiert - alles ist live gespielt - damit habe ich in jedem Augenblick Zugriff auf den Verlauf der Spannungskurve in meinen Stücken, kann auf Publikum, Umstände und Stimmungen reagieren.
Die Lieder oder Stücke nehme ich immer live im Tonstudio auf und bearbeite eventuell im Nachhinein. Aber ich bevorzuge die sogenannte "Rohfassung" von Musik - so wie sie in dem Augenblick von Herzen kam. So ist es am direktesten und am ehrlichsten.
Am Computer entsteht bei mir eher wenig. Nur eventuell bei der Nachbearbeitung und Mischung. Das mache ich aber nicht selbst, sondern arbeite dann mit Menschen zusammen, die sich da besser auskennen. Ich brauche zum Komponieren akustische Instrumente, die analog und physisch schwingen. Früher habe ich viel experimentiert, noch zu Zeiten des Amiga 500, und des Atari ST. Das war aber im letzten Jahrhundert.... haha :)

4.) Hast du schon Auftritte vor einem großen Publikum gehabt? Wenn ja, wie war es?

Einer meiner größten Auftritte war im Müngersdorfer Stadion in Köln, zum Weltjugendtag. Dort waren circa 40.000 Leute. Es ist gigantisch, auf eine Trommel zu hauen und eine Welle von Bewegung wahrzunehmen, die hunderte von Metern weit von Dir weg ist und zu Deinem Rhythmus tanzt. Das Problem dabei ist allerdings, daß der Kontakt zu den einzelnen Menschen - je größer die Bühne ist - immer geringer wird. Und ich liebe gerade den Kontakt zu meinem Publikum. Ich will, daß die Leute jedes feinste Detail in der Musik mitbekommen - ebenso wie ich die Details im Publikum wahrnehme. Diese Intimität ist meist nur an kleineren Auftrittsorten vorhanden und spürbar.

Bodek Janke - Global Dance Culture

5.) Auf welches Lied hast du bisher die meiste Resonanz (Anteilnahme) von den Zuhörern erhalten? Gefällt dir das Lied auch am meisten oder hast du ein anderes eigenes "Lieblingslied"?

Nun ja - da ich ja keine typischen "Lieder" schreibe, sondern eher Kompositionen mit viel Freiraum für Improvisation, ist es untypisch, daß Leute nach dem Konzert zu mir kommen und ein bestimmtes Lied gut finden. Der Gesamteindruck, die Energie vom Konzert ist das, was bei meinem Publikum hängen bleibt. Aber nichtsdestotrotz gibt es ein Stück, daß beim Publikum einen speziellen Erfolg verbuchen kann (und es ist auch mein Lieblingslied!) - der Titel ist "Boomboom Multikulti" von meinem Album "global.dance.kulture". Dabei singe ich selbst auf 6 Sprachen - englisch, deutsch, russisch, polnisch, spanisch und französisch. Im Text geht es darum, daß man ein Gefühl, eine Stimmung nicht in Worte fassen kann, sondern sie spüren muss. Das ganze ist mit einem brasilianischen Maracatu-Rhythmus unterlegt, ein ziemlich heißes Tanzding..... Hier kann man übrigens in alle Tracks von "global.dance.kulture" reinhören: Hörprobe

6.) Welche Ideale verfolgst du? Was ist wichtig für dich? (im Leben und im Hinblick auf deine Musik)

Spannende Frage. Und auch schwierig, mich hierbei kurz zu fassen. Ich versuche es mal...
Ich sehe meinen Beruf (meine "Berufung"!) in der Rolle eines Botschafters, der Energie an Menschen weitergibt. Diese Energie kann heilend, inspirierend, erleuchtend wirken auf diejenigen, die sich im richtigen Augenblick darauf einlassen und von innen heraus öffnen. Ich möchte mit Menschen das Glück teilen, daß mich ausfüllt, wenn ich Musik mache. In der Lehre des Buddhismus sagt man, daß geteiltes Glück sich nicht halbiert (so wie materielle Güter wie Geld, zum Beispiel...), sondern sich vervielfacht, und dann schließlich in größerer Menge zurückkommt.
Als Kind wollte ich schon immer Arzt werden, um Menschen zu helfen und Gutes zu tun. Mittlerweile weiß ich, daß ein Musiker genauso viel für die Gesundheit ausrichten kann, wie ein guter, erfahrener Arzt. Es hat sich bei mir im Leben oft genug bestätigt, daß Musik, die mit einer guten Absicht in die Welt gesetzt wurde, Menschen von allerschlimmsten Krankheiten und Lebenslagen befreien konnte. Ich rede hier nicht von einem bestimmten Musikstil, sondern eher von der allgemeinen Ebene der Vibrationen. "Good Vibes" sozusagen :) Das wußten schon die Schamanen und Geistheiler vor tausenden Jahren; und Gesang und Trommeln gehörten daher immer zu rituellen Veranstaltungen. Überall auf unserem Planeten, in jeder Kultur.
Und um noch zusammen zu fassen, was wichtig für mich ist:
Bodek Janke beim Spielen Gegenseitiger Respekt aller Lebewesen. Das Verständnis, daß wir alle gleich wichtig und gleich wertvoll sind. Respekt gegenüber unserer Erde, unserem Planeten.
Liebe - dafür daß unsere Erde uns liebt und uns alles Lebensnotwendige zur Verfügung stellt, ohne daß wir uns darüber im Klaren sind (Wer denkt schon daran, daß z.B. die Luft, die wir atmen uns ständig umsonst zur Verfügung steht?).
Dankbarkeit, daß ich morgens aufwache, und leben darf. Dankbarkeit, daß ich in jedem Augenblick frei entscheiden kann, was ich denke und wie ich zu Dingen stehe (das gilt für jeden Menschen - ohne Ausnahmen!).
Friede - innerer Friede. Denn wenn ich mit mir selbst zufrieden und glücklich bin, werde ich keinen Anlaß zu Krieg haben.
Erkenntnis, daß Menschen in unserer Welt gezwungenermaßen ständig zwischen "gut" und "böse" entscheiden - dies ist der sogenannte Dualismus, welcher Konflikte schafft. Ich glaube vielmehr an die Verschmelzung beider Seiten, die einander brauchen um das Ganze zu schaffen - wie draußen in der Welt (im Universum), so auch in mir selbst. Das Taoistische Zeichen für Yin und Yang ist ein sehr schönes Symbol für das Zusammenspiel beider Seiten: Der Kreis besteht aus je 50% schwarz und weiß - und auf jeder Seite besteht das jeweilige Zentrum, die Mitte (in Form eines kleinen Kreises) wiederum aus dem Gegenteil.

Bodek Janke - lachend Bodek Janke - lachend - 2

Bodek Janke - Foto

7.) Was sind deine Zukunftsaussichten? Was möchtest du noch mit deiner Musik erreichen?

Ich möchte einfach viel Musik machen, und damit meine Botschaft übermitteln. Für alle Menschen. Unbedingt auch für Kinder - weil hier die "Samen gesät werden". Ich weiß, daß alle Kinder Rhythmus und Melodien lieben - und sich davon gerne inspirieren lassen. Ich hoffe, sie damit zu motivieren, einige Stunden weniger an Bildschirmen, Tastaturen und in virtuellen Welten zu verbringen, sondern sich mehr mit der "realen" Welt zu befassen. Einer Welt, die in unseren Händen liegt. Wir alle sind zu gleichen Teilen verantwortlich. Ich muß nicht Präsident der Vereinigten Staaten werden, um die Welt zu retten. Als Musiker richte ich im Augenblick weitaus mehr aus..... :)
Außerdem sehe ich mich in ferner Zukunft ein Kulturzentrum gründen, in dem Menschen mit Kunst und Musik direkt in Berührung kommen. Eine Begegnungsstätte für alle, die an Natur und Kultur interessiert sind. Dort gibt es dann nicht nur Konzerte und Aussstellungen, sondern auch Kochkurse, Kampfkünste, Yoga, Philosophie, Astronomie und vieles mehr.... coming soon.

8.) Hier hast du die Möglichkeit etwas an die Leser zu sagen

Hört mehr auf Euch selbst, auf Eure innere Stimme, Eure Intuition. Sie sagt Euch alles, was Euch gut tut. Seid Euch selbst gegenüber positiv und freut Euch über das Leben! Lasst Euch nicht von Nachrichten, Schlagzeilen, Schreckensbotschaften wie "Wirschaftskrise" oder "Krieg" und "Gewalt" aus der Ruhe bringen. Fragt Euch öfter selbst nach Eurer Meinung! Beobachtet Eure Gedanken - sind sie wirklich die Euren? Oder sind sie von jemandem für Euch so zurecht gelegt, sozusagen "vorgekaut" worden? Schaltet öfter das Handy und den Fernseher aus, und schaltet dafür den Geist und Eure Seele ein! Das macht gesund und glücklich. Denkt an die Zukunft - aber verliert Euch nicht in ihr (auch nicht in der Vergangenheit) - vergesst nicht, im Jetzt zu sein und den Augenblick mit Leben zu erfüllen. Wenn Ihr Fragen habt, schreibt mir - ich werde sie gerne alle beantworten!

Vielen Dank für das nette, ehrliche und inspirierende Interview!


Offizielle Website: Bodek Janke
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Album global dance kulture: Hörprobe

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 14. März 2012 13:21

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